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Rock n Roll-Feuerwerk in Bostelmann's Bahnhof

Sie kamen, sahen und siegten. Albert Lee und „Hogan´s Heroes“ überzeugten und begeisterten nicht nur an diesem Freitagabend im April 2007 in Frelsdorf, sie schrieben Rock n Roll – Geschichte.

Das ursprünglich für Regensburg angesetzte Konzert des Engländers fiel wegen Differenzen mit dem Veranstalter aus, und durch den Cuxhavener Musiker Lutz Lagemann („Slow Horses“) kam der Kontakt mit dem „Kulturtransport e.V.“ zustande.
Albert Lee, an dem der große kommerzielle Erfolg in den 70ern vorüber ging weil er die lautstarke Ära der Kollegen wie „Cream“, „Blue Cheer“ und anderer Kollegen nicht mitmachte, zog es in die USA wo er fast jede Country- und Rock n Roll Produktion als Studiomusiker einspielte und Top Acts wie, beispielsweise, Emmylou Harris oder die Everly Brothers begleitete. 1987 wieder in seiner Heimat trat er mit Gerry Hogan und Band zusammen bei einem Festival in Newbury auf, das Konzert wurde ein überwältigender Erfolg, ihm war klar, mit diesen Jungs wollte er touren.

Von Beginn an ließ der weißhaarige Mann an der knallig roten „Music Man“ Gitarre keinen Zweifel aufkommen, er gehört immer noch zu den besten der Welt, und zu ihm passt keine perfektere Band als die Mannen um Gerry Hogan, den Pedal Steeler. Aber auch am Piano rockte er wie Jerry Lee Lewis, der „Killer“ persönlich, während der Mann am Klavier, Elio Pace, erst seit kurzem dabei, seine Späße mit ihm trieb.
Deutlich wurde, jeder Musiker dort auf der Bühne respektierte den anderen, wusste, was der als nächstes tun würde, und nur so und mit dieser Disziplin war es möglich, dass, gepaart mit Spielfreude und Witz eine geballte Ladung losgelassener Laune unter dem Publikum verteilt wurde. Deutlich wurde ebenfalls, diese Band kennt keinen „schlechten“ Tag.

Bei der Richard und Linda Thompson Ballade „Dimming of the Day“, die Lee am Klavier sang, hätte eine fallende Stecknadel einen ohrenbetäubenden Lärm verursacht.
Wusste man nicht, dass der Frontmann gleichzeitig das Aushängeschild dieser faszinierenden Formation ist, die Rollen waren so gut verteilt, niemand hätte es bemerkt. Natürlich durften Hits wie „Country Boy“ und „One Way Rider” nicht fehlen, aber es gab genügend Momente, da konnte Musik nicht mehr in Worte gefasst werden, und hätten da keine Köpfe bei den Zuhörern auf den Schultern gesessen, das Herz wäre sicher manchem vor Begeisterung herausgesprungen. Eine unglaubliche Stimmung.

Da störte es niemanden, dass vorwiegend Cover Versionen angeboten wurden, hatte doch jede ein absolut eigenes Arrangement. Immer wieder variabel, immer wieder begeisternd. Wenn auch ein paar mehr Zuschauer den Laden knackig voll gemacht hätten, war es erfreulich zu beobachten, dass viele junge Leute, vor allem Musiker den Weg nach Frelsdorf gefunden hatten, um die Legende zu erleben.
Direkt, ehrlich, gerade, der Begriff Rock n Roll wurde zwar nicht neu definiert, aber er erhielt an diesem Abend eine ganz besondere Auszeichnung.

GBM 17.04.07


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