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Aktuelles

School´s Out Party

Juror: Rob Hardt

Was wäre unsere Welt ohne Bilder, ohne Farben und ohne Musik, ohne Töne und Klänge? Die Frage, wie man sie seit eh und je stellt. Bilder werden aufgehängt, erzählen ihre Geschichten, wenn man Fantasie entwickeln kann. Musik produzierende Menschen, schlicht Musiker genannt, möchten von Vielen auch „aufgehängt“ werden, weil, wie Wilhelm Busch schon sehr deutlich sagt, „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“.

Bilder hängen rum, nerven nicht, und wenn man sie nicht will, schaut man weg. Geräusche sind aber immer da, und ein Open Air Konzert von jungen Nachwuchsbands, kann unter Umständen auf die Dezibelzahl eines startenden Jets kommen. Da ist dann Toleranz gefragt von denen, die im Umfeld von 2-3 km bei schönem Wetter im Garten ihren Grill belegen oder vor dem Fernseher eine relativ langweilige Weltmeisterschaft verfolgen, denn die Luft überträgt unter Umständen bei ungünstigem Wind so gut, dass man meinen könnte, man sei mitten drin im Geschehen.

Juror: Matthias Arp (rechts: Sven, Radio Energy)
Die jüngsten Teilnehmer:Replay

Gestern nun (22.06.10) ging der „School’s Out Band-Contest U21“ von der Bädergesellschaft Bremerhaven, Energy Bremen, der Musikschule Beck sowie der NORDSEE-ZEITUNG im Freibad Grünhöfe über die Bühne. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, sechs bestens aufgelegte Bands und eine professionelle Jury mit Rob Hardt (intern. Produzent), Matthias Arp (Rock-Gitarrist, u.a., Lotto King Karl), und mea parvitas (Hagen Allstars), aber nur einer knappen Hundertfünfunddreißigschaft Zuschauern. Hörer mögen es gebietsweise zehn Mal so viel gewesen sein. „150 hätten es schon mehr sein können,“ resümierte Organisator Ingo Beck, der auch seine eigenen Projekte am Start hatte. Wo bleibt das Interesse am Nachwuchs? Ist das Publikum satt? Spart es sein Taschengeld für Mega-Veranstaltungen wie das „Deichbrand“-Festival?

Die Lösung? Female Solution

Der Rockcyclus kämpft seit geraumer Zeit gegen das „Bühnensterben“, will jungen Musikern ein Forum, eine Location schaffen, dass sie vor einem größeren Publikum ihr Können beweisen kann. Musikschule Beck bemüht sich ebenfalls um junge Talente, aber was bringt´s, wenn das allgemeine Interesse fehlt? Beworben war die Veranstaltung reichhaltig durch die lokale Presse und Radio Energy, Bremen. Auf dem Gelände tummelten sich aber „nur“ ein paar Fans und die Eltern der Teilnehmer. Wo waren also die Musikbegeisterten? War der Ort vielleicht nicht zentral genug gelegen, wenn auch mit Bus oder dem Fahrrad durchaus gut zu erreichen? Haben nur noch die großen Festivals eine Chance?

Fragen über Fragen. Wer will sie beantworten außer denen, die nicht kamen?

27 Dead zu dritt

Die sechs Bands ( 27 Dead, Beans on Vacation, Female Solution, Replay, Audioeffekt, Akkusticks) jedenfalls spielten für die, die da waren. Und das taten sie mit voller Überzeugung, die ganz jungen noch etwas verhalten, die älteren inbrünstig. Erstaunlich in jedem Fall, wie selbstbewusst manche U-21er eigenes Material anboten. Unterdessen tankten einige Schüler Sonne auf dem Rasen. Andere spielen Beach-Volleyball oder lagen auf einem Strandtuch vor der Bühne und genossen die Beschallung aus der ersten Reihe. Es war ein Bandwettbewerb, und nur eine Mannschaft konnte gewinnen. Das hätte Audioeffekt sein müssen, aber aufgrund der Kriterien, Gesamtpunktzahl geteilt durch das Durchschnittsalter der Künstler, wurde es dann die jüngste Besetzung um Replay. Auf den dritten Platz kam die Girlie-Formation Female Solution. Ein quirliger, vor Energy sprühender Sven moderierte fehlerfrei und unterhaltsam.

Wissen die Bands nun wo sie stehen?

Ganz stark! 2.Platz:Audioeffekt!

Hier gilt es wohl, für die nächste Veranstaltung eine andere Regelung zu finden. Ungeachtet dessen, alles war bestens vorbereitet und organisiert, ein zauberhafter Service, ein reibungsloser Ablauf, glückliche Gesichter und eine Ratschlag gebende, den Teilnehmern bereitwillig Auskunft erteilende Jury, auch, oder gerade nach dem Wettbewerb.

„Wir bewerben uns im nächsten Jahr wieder!“ Das war die trendige Meinung derer, die es diesmal nicht geschafft hatten. „Wir werden uns nicht mehr bewerben können, wir sprengen im nächsten Jahr das Alterslimit,“ so Paddy von Audioeffekt.

Na gut, Jungs, wie wär´s dann demnächst mit „Rock am Ring“?


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