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So lang noch was geht (im Kangaroo Studio)

M & M (TiF 2008)

Eigentlich sollte ihre Karriere an irgendeinem Nagel die Wand eines stillen Musikzimmers zieren. Da es das Wort „eigentlich“ in der deutschen Sprache aber nicht gibt, traten George Meier und George B. Miller mit ihrem Freund und Gönner Helmut Frank noch einmal aufs Gaspedal und spielten eine CD mit alten Wolfsmond/MMK Titeln und neuen Songs ein. Dabei waren diverse Gastmusikern und Sänger im Bremer „palais aux étoiles“ Studio von Ulrich und Steff Marten unter dem Motto: „Mal sehn was passiert!“. Einhundert Freunde und Kunden des Bremer Unternehmers Frank wurden bundesweit um ein Voting ihrer drei Lieblingstitel gebeten.

Diese drei Favoriten sollten jeweils mit der Wolfsmond-Ballade „Engel“ auf drei Maxi CDs gebannt werden, um die Radiosender zu bemustern. Zu diesem Anlass musste unbedingt ein Radio Edit, ein Remix her, den der Arrangeur Jens Lühmann (aka Hens Hensen), selbst mit diversen, hervorragend gespielten Instrumenten auf der „So lang noch was geht“ Scheibe vertreten, in die Hand nahm. Acht Ohren schlackerten mächtig in Hensens Studio, was da nach wenigen Stunden aus den Lautsprechern knispelte. Hoch zufrieden ging es anschließend beruhigt mit der Gewissheit nach Hause, nun ein vorzeigbares, angenehm hörbares, ein fürs Radio geeignetes Produkt im Gepäck zu haben. Helmut Frank allerdings setzte auf die Nummer „Sicher“, wollte nicht ohne die Meinung seines Stargastes Edo Zanki pressen lassen, den er für ein zweitägiges Konzert in den Stuhrer Rathaussaal verpflichten konnte (27./28. November 2009). Zanki hatte schon 1981 das fünfte, unüberhörbar amtlich klingende Wolfsmond Album „Fühl dich frei“ produziert, war also auch für Musikliebhaber Frank kein Unbekannter mehr.

v.l.n.r.: George, Helmut, Olli, Thomas - einer muss ja das Bild schießen

Der in Baden Württemberg ansässige renommierte Künstler und Produzent (u.a. Söhne Mannheims, Xavier Naidoo, Sascha) war allerdings der Meinung, man könne alles noch um Einiges verbessern, gab zu bedenken, dass man den Radio Moderatoren nicht sagen könne, das Produkt sei im Grunde ja nur als Giveaway gedacht gewesen, und somit von der Qualität absolut vertretbar. Wer aber will schon in der zweiten Bundesliga kicken, wenn er in der ersten ein größeres Publikum erreichen, eventuell seinen Marktwert erheblich steigern kann. Zanki („Gib mir Musik“, „Wir zünden die Nacht an“) bekam die Mixe zugeschickt, arbeitete vor, und am Montag, 23.11., fuhren Meier, Frank und Miller mit der DB gen Karlsdorf (bei Karlsruhe), um bei der finalen Mischung dabei zu sein.

v.l.n.r.: Edo, George, Helmut, George B., Melanie, Thomas, Vilko

Das „Kangaroo“-Studio im verträumten Karlsdorf ist allerdings nicht mehr das, in dem Wolfsmond einst produzierte. Alles schick, modern, aber auch bestens gerüstet und im Ausbau perfektioniert, in dem Gebäude auf der gegenüber liegenden Straßenseite um die Ecke eines anderen Teils der Ortschaft. Geblieben sind die Herzlichkeit des Teams, das einer großen Familie nahe kommt. Edo und Bruder Vilko (selbst ein ausgezeichneter Musiker), der sich inzwischen einen Part des Studio-Managements mit der talentierten „Pop Akademie Baden Württemberg“-Studentin Melanie teilt, ein bestens aufgelegter Toningenieur Thomas Mark, ein unbremsbar sympathischer und begabter Praktikant Olli. So kann man hervorragend und völlig entspannt arbeiten. Und genau darum geht es ja, wenn da etwas geschaffen werden soll, das so lange halten muss wie ein Silberling es verträgt, in jedem Fall aber für die Ewigkeit wenn schon nicht für immer. Voraussetzungen dafür sind ganz sicher, dass der für das Endprodukt verantwortliche Mann das bereits Geschaffene mag, sich in dem Genre wohl fühlt, Spaß am Material hat und nicht an das schnöde Mammonium denkt, das ihm ein paar platte Weihnachtsgeschenke für seine Partnerin möglich machen würde. Ob nun auf der englischen Insel, in Amiland oder sonst wo auf diesem Planeten produziert wird, Studios sind sich alle ähnlich, ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger Equipment. Entscheidend sind die Männer an den Reglern. 

In diesem speziellen Fall kommt es sogar noch besser; denn Zanki und die beiden M´s mögen sich seit ihrer ersten Begegnung. Das bringt zusätzlich Wärme ins Spiel, die sich erfahrungsgemäß immer auf einem Tonträger wiederfindet. Mit viel Liebe zum Detail lassen der Meister und seine rechte Hand Thomas die Knöpfe da ein Instrument anheben, dort eins in der Versenkung verschwinden, hier ein wenig mehr Raum für Gesänge, und an anderer Stelle prägnantere Sounds schaffen, dass sich die Unterlippe für einen ausgedehnten Moment von der oberen entfernt. Tipps und Ideen werden diskutiert, abgelehnt oder umgesetzt, je nach Bedarf des Wunsches oder der Einsicht. Da ist so viel musikalisches Verständnis, gepaart mit unerlässlichem Know How unterwegs, dass selbst die Zeit in der Eieruhr sich bemüht, keine Überstunden zu machen.

Am Ende des Tages sehen sich acht Paar strahlende Augen aus hoch zufriedenen Gesichtern durch ihre erhobenen Sektgläser an, die das Wort „glücklich“ zumindest bei den Interpreten und ihrem Freund, der nie nachgelassen hat an sie zu glauben, neu definieren. Aber was heißt auch schon „glücklich“, wenn das Gefühl davor, dabei und danach maximal ist, waren die Bewegungen auch lächerlich. Über Hit oder Niete entscheidet nach wie vor das Publikum, über das Airplay der Radio Moderator. Vergiss, was gewesen ist, zurück in eine Zukunft, die alles ist, was sie haben.

 

Eines Morgens auf dem Hbf. Karlsruhe

Weißt du, George, die Austrianer finden die Amis spleenig. Zu I sogns Ei, zu Ei sogns Egg, zu Egg dann Corner, zu koaner dann nobody..

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