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The Band of Heathens

Spitalkeller, Offenburg, Feb. 09

Wie ist es immer mit Newcomern aus den USA oder sonstwo her auf dem Weg ins Land der Schlagerparadler, Hinterseers und DJ Ötzis, die noch keinen Hit, keine wirkliche Übersee- Referenzen anbieten können? Im Saal des Offenburger „Spitalkellers“ (Baden Württemberg), einer Art Kulturinitiative, verliefen sich ca. 25 Neugierige, 9 Fans, und 2 von denjenigen, die an einem Donnerstagabend nicht wissen wohin mit der halb vollen Teetasse. Aber neun Fans? Woher mögen die gekommen sein? Und das ist das Phänomen dieser ersten Deutschland-Tour der fünf Texaner: Nicht mehr gewohnte Zuschauerzahlen ließen die Konzerte bereits nach 5 Auftritten zu sensationellen Reaktionen verleiten. Was diese Groovemaschine aus Austin an den Tag legt, das hat man so in der Art hierzulande kaum gesehen, und so sind Sprüche von vollkommen sprachlosen Besuchern wie "Best Blue Rose Band ever", "fantastisch, einmalig, unglaublich", "Weltklasse" keine Seltenheit. So war es auch gestern wieder im Spitalkeller. Wenngleich es wohl die kleinste Venue mit den wenigsten Besuchern ihrer Konzertreise war, gerade das hat man der Band nicht angemerkt. Das rockte, groovte, swampte, gospelte, rootste und blueste - einfach grandios. Und gejamt wurde auch noch a la bonheur. Da fiel es echt schwer, da den einen oder anderen Song heraus zu heben. Aber wer wollte das schon. Die sind alle erstklassig. Keine Füller oder Nummern, bei denen man hinterher denkt, die hätten sie aber auch gut weglassen können. Natürlich und organisch. Besser geht nicht.

Manch Einer mag nach dem Hören ihres Debüt-Albums sagen: Ok, das grooved und moved, ist melodisch abgefahren, aber letztlich auch nix Anderes als ein Mittelding zwischen The Band, Little Feat (dann aber zur besten Lowell George-Zeit), Southern rockenden Smilies und Gram Parsams. Klar, das wäre auch schon was, gäbe es da nicht noch viel mehr. Drei exzellente Gitarristen, jeder von ihnen mit einer andere Marke bestückt, jeder mit einem völlig anderen Stil beseelt, die auch noch mit ihren Stimmen Gänsehäute verteilen, solistisch wie auch im Satzgesang.

Im Anschluss an das Konzert fehlte dann auch niemand aus dem Publikum am Merchandising-Tisch der "Band of Heathens". Das, was da gute zwei Stunden lang von der Bühne an spannenden Arrangements, unter die Haut gehenden Musikalitäten, feinfühligen und kraftvollen, sauber intoniert, und trotzdem sich reibenden Gesängen, und sensibler Dynamik von der Bühne kam, war keine Frage des Geschmacks. Das wollten wohl auch alle in Form von CD und DVD mit nach Hause nehmen, um dieses tolle Konzert besser verankern zu können. Wer bereit war, sich für eine kurze Zeit ins Land der jungen, texanischen „Heiden“ entführen zu lassen, der kam voll auf seine Kosten und musste feststellen, dass dieses Konzert so schnell vorüber war, wie Rauch einer Zigarette sich durch ein Schlüsselloch verzieht.

Es ist sehr erfreulich zu beobachten, dass gute Musiker mit ihren Produktionen nicht immer nur von Musikern weiter empfohlen werden. Da gibt es einen „B.o.H.“ - Liebhaber in der Nähe von Speyer, Rheinland-Pfalz, der sich alle drei Konzerte der Band anhörte und nun völlig aus dem Häuschen ist. Ich kann ihn bestens verstehen. Um es sich selbst ein bisschen leichter zu machen, hat er die offizielle Fanseite der Amerikaner erstellt, und die ist ausgesprochen interessant, mit Videos, Bildern und viel Informationen. Geht da mal hin, um euch einen Vorgeschmack zu holen. Vielleicht ist der Eine oder Andere dann darunter, der sich die nächste Europe-Tour der „Best New Band“ des „ Austin Music Award Festivals 2007“ nicht entgehen lassen möchte.

Die wirlich zu empfehlende CD/DVD ist zu haben bei "Blue Rose", ein Label, das viele ausgezeichnete Künstler vertreibt, von denen man hier, aber auch da und dort noch nie etwas gehört hat.


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