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Dean Collins im TiF - Some nights are diamonds

D.C. goes big

Gespielt mit Herz und Hand, regnete es Feuer und Sand, aus denen Emotionen brodelten, vor, auf und hinter der Bühne -  Dean Collins & Friends machten den Samstagabend im TiF zu einem unvergessenen, atmosphärischen Event. Ein weiterer Beweis, dass „Country“ überall auf der Welt funktioniert, wo Menschen gern Musik hören.

Die Karten waren Tage im Voraus vergriffen, und da standen noch reichlich Interessierte vor der Tür, die gern rein gekommen wären. Aber so ist es ja häufig im Leben. Wer zu lange überlegt, tut irgendwann gut daran, nicht mehr darüber nachzudenken. Der "Offene Kanal Bremerhaven" (Radio Weser TV) war vor Ort und verewigte diese "Diamond Night" nicht nur für Spätzügler. D.C. hatte mit Olaf Satzer (Drums), Marc Tecklenborg (Gitarre), Vicente Herrador (Keyboards), Christian Habuch (Bass) eine Supercombo zusammen gestellt, musste so aber auch eine fast komplett neue Mannschaft trainieren. Er kümmerte sich ebenfalls liebevoll und geduldig um seine Gäste, die er größtenteils in ihren eigenen vier Wänden besuchte, um sie auf das Konzert einzustellen und sicher zu machen. Er ist ein Profi, und er weiß, dass Musik sehr viel damit zu tun hat, wie man Technologie in Liebe wandelt, bis ans Limit gehen muss, will man sein Publikum berühren. All das ist ihm prächtig gelungen. Seine Musiker zeigten auf, dass eine Band lebt und "Maschinen nur Geräusche machen, dass Musik ein Teil der Lebensenergie ist und Gefühle braucht, um zu Lebewesen zu passen" (O-Ton Peter Caulton).

 

Schon eine kleine Ewigkeit vor der Stunde Null blitzten im ständig frequentierten Aufenthaltsraum des TiF auf der einen oder anderen Stirn die Schweißperlen des Lampenfiebers. Eine prickelnde Spannung ließ Musiker, Betreuer und Fotografen dicht zusammenrücken. Wer nichts von dem Anderen wusste, ihn zuvor nie gesehen oder von ihm gehört hatte, zwei Kaffee und ein belegtes Brötchen weiter parlierte da munter und zwanglos eine große Familie. Um dem 16jährigen Krissy Matthews und seiner Band, die von der Insel angereist waren, ein heimisches Gefühl zu vermitteln, kramten Einige in ihrem englischen Sprachschatz, ergänzten, indem sie Hände und Füße reden ließen, packte Peter Caulton seine Akustik aus und strummte ländliche Gassenhauer der 50er aus Amiland zum Mitsingen. Anekdoten, Geschichten aus bewegten Musikerleben, gesammelte Erfahrungen machten die Runde, stimmten fröhlich, nachdenklich, machten locker und lenkten ein gerüttelt Maß vom bevor stehenden Moment des eigenen Auftritts ab. Ein gefundenes Fressen für den Konzertfotografen, Backstage zu schießen. Immerhin, innerhalb weniger Sekunden von 0 auf 100, das war die Vorgabe für die musikalischen Gäste.

Und alle lösten es supergut weil sie ihr Herz sprechen ließen. Und genau das war, was das Publikum berührte und es beim Grande Finale zu stehenden Ovationen hinriss.

Fehler? Welche Fehler? Es fehlte an rein gar nix. Kritiker müssen nun mal kritisieren, Presseleute, häufig aus einer ganz anderen Ecke eines zu beschreibenden Konzerts, kommen um ihre Meinung auf Seiten zu pressen. Aber sie sind zum Publikum, das Verspieler verzeiht, die nun mal passieren, menschlich machen, in der Unterzahl. Und das verhalf diesem tollen Konzert zu einem gemeinsamen, wunderbaren Erlebnis für die hörenden Erlebenden. Das sorgfältig selektierte Programm war bunt gemischt. Songs aus dem neuen, noch nicht veröffentlichten Album des Gastgebers, eine zauberhaft gestimmte Rantje Tetzlaff (Bremen), ein mächtiger Peter Caulton (Neuseeland), der „breezig“ aufspielende Krissy Matthews (England), ein blendend aufgelegter Ulli Möhring (Oldenburg), ein warm und stimmungsvoll intonierter Satzgesang der Hagen Allstars (na, woher wohl?). Die geforderten (und gegebenen) Zugaben waren keine Höflichkeitsfloskel der begeisterten Menschen im Saal und kamen nicht von ungefähr.

Bei der anschließenden „After-Show-Party“ hatten Akteure und geladene Gäste gleichermaßen Muße und Gelegenheit, sich bei einem Snack und Drink auszutauschen, die eine oder andere Schulter zu klopfen, Hände zu schütteln, Dank zu sagen, während die „Krissy Matthews Band“ im Foyer deutlich machte, dass der Blues nicht im Geringsten schwermütig daherkommen muss. Dank gebührt ohne Frage auch den bestens auf diesen Ansturm vorbereiteten Organisatoren und Verantwortlichen des Theater im Fischereihafen, die problemlos dafür sorgten, dass die Party reibungslos über die Bühne ging. Alles in allem eine rauschende Ballnacht, die ihresgleichen sucht und lautstark nach Wiederholung ruft.


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