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Aktuelles

"Stoppt das Bühnensterben"

Eine unplugged Aktion des Rock Cyclus Bremerhaven e.V.

In Kellern, Garagen und Freizeitheimen probten Musiker, um dem Angebot an Auftritten gerecht zu werden, und Anfang der 60er Jahre galt Bremerhaven als die Hochburg des Rock n Roll und der Beatmusik. Jeder Künstler wusste von dem anderen - eine starke Gemeinschaft.

Freizeitheime wie der Klushof, das FZH im Speckenbütteler Park, Das "Gorck Fock Heim" und andere, stellten den Musikern Proberäume, z.T. Verstärker und ein Schlagzeug zur Verfügung, und gaben ihnen die Möglichkeit, dort auch aufzutreten.
Dann kamen die 70er, und mit ihnen die Disco-Musik. Diskotheken schossen aus dem Erdboden wie der Krokus aus dem Rasen, mobile Platten-Jockeys ersparten Veranstaltern die Kosten für eine Live Band. Das Publikum dankte es mit regem Besuch zu wesentlich niedrigeren Preisen, und eine Live Musik-Veranstaltungsstätte nach der anderen löste sich in Wohlgefallen auf.
Heute, etwa 30 Jahre später, ist das musikalische Potential nicht minder in unserer Stadt, aber die Bands kämpfen um´s Überleben weil Auftrittsmöglichkeiten Mangelware sind.

Das Bühnensterben in Bremerhaven nimmt dramatische Züge an. Seit dem Wegfall des „Keep on Rocking“ im „Lehe Treff“ und der Band Bowle im „Freizeittreff Leherheide“ (ca. 400 Besucher), sieht es für junge, wie auch für etablierte Seestadt-Bands düster aus.

 

Nur im Freizeitheim Eckernfeld brennt noch Licht, gibt es noch Strom für Live Musik der Marke „Nachwuchs“, und das Konzept von Susanne Auffarth und Chris Knoche geht bestens auf. Es ist dennoch viel zu wenig, um auch nur einen geringen Teil des wirklichen Bedarfs zu decken.

 

Erfreulich ist die Tatsache, dass immer mehr Kneipen sich wieder eine Bühne schaffen, um Musikern und anderen Künstlern ein dezentes Forum anbieten zu können, für diverse Genres und Besetzungen aber einfach zu klein. Hinzu kommt, dass Jugendliche unter 18 Jahren dort weder als Gäste hin-, noch als Musiker dort auftreten dürfen.

Der Rock Cyclus Bremerhaven e.V., seit Jahren um einen publikums- wie auch musikerfreundlichen Veranstaltungsort bemüht, veranstaltete nun am 25. April 2009 in der Fußgängerzone von 12 – 15 Uhr einen „unplugged“ Konzert-Nachmittag unter dem Motto:

„Stoppt das Bühnensterben“ mit dem Ziel, auf diesen Missstand hinweisen zu wollen.

Musiker und Bands, die an eigenem Material arbeiten, deren Name noch nicht groß genug ist, um Hallen zu füllen, haben aber mehr zu bieten als nur eine Daseinsberechtigung.

Wie sollen sie jemals Erfahrungen sammeln, wenn sie sich nicht der Öffentlichkeit stellen können vor einem Publikum? Wer sagt ihnen, wo sie musikalisch stehen, wer übt Kritik, wer gibt ihnen Mut, weiter zu machen, wenn nicht die Zuschauer vor der Bühne?

Musiker, Bands, Künstler schlechthin, sind bundesweit ein kulturelles Aushängeschild für jede Stadt. Sie sind die Botschafter eines jeweiligen Landes ohne politische Ambitionen, und es ist nicht nur traurig und ausgesprochen bedenklich mit ansehen zu müssen, wie diesen jungen Menschen die Möglichkeit genommen wird, sich auf ihrem Gebiet, nämlich dem der Musik, zu äußern.

Es ist ein Unding.

Ein Unding ist auch die Tatsache, dass bei jeder Veranstaltung des Rock Cyclus im "Haus der Jugend" 3 Tonnen hin, 3 Tonnen zurück geschleppt werden müssen (PA, Licht, Bühnenabhänge, Podeste, Küchen-Utensilien etc...). Das bedeutet jedes Mal in etwa, 

für ein Konzert 3 Tage im Gange zu sein, und das hat der RC nach 30-jährigem Bestehen
nicht verdient. Es muss einfach eine vernünftige, vor allem feste, Veranstaltungsstätte her!

 

Am 25.04. waren auf der RC-Bühne dabei:   von 12 - 15 Uhr

1) Spohn und Kemna

2) Nils Wandrey und Freunde

3) Dünensegler

4) Basti Lehmann als "Ikarus"

5) Sammy Blues Jam

6) Little Fiets (um Dieter Eike)

7) Benny Halbroth als "Benson"

 

Das aktuelle Thema lautet jetzt aber (Dez., 2010) "Stoppt das Bandsterben"!

 

 

 




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