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Aktuelles

Rock am Hafen - die Dritte

Morbid Tales (Bild:J.Thomas)

Wenn man der lokalen Presse Glauben schenken darf, dann war es eine gelungene Veranstaltung. Hört man auf ein gerüttelt Maß der etwa 700 Zahlenden, dann war es eine obergeile Fete. Nimmt man die geduldige Mitte, so wissen die Verantwortlichen wo sie stehen. Im Vergleich zu „Rock am Hafen“ I und II waren die Besucherzahlen trotz geschmeidigen Wetters zwar rückläufig, die Stimmung dafür aber hemmungslos gut.

Auf jedem Stein des schwer bestehbaren Schotter-Bodens war rhythmische Bewegung, wurde ausgelassen und poguend getanzt.

Kein Wunder, denn die Bands präsentierten sich in Höchstform.

Paralyzed“ aus dem Hause „Rock Cyclus“ ebneten souverän und gekonnt den Weg für die Bremer Gäste „Mapletree“, die für „Crack´n Up´s“ eingesprungen waren. Ihr Bremerhavener Debüt bestach durch erfrischende Rockpower mit deutschen Texten ohne einstudierte Show, dafür mit überzeugender Bühnenpräsenz, die dem Quartett eine erfolgreiche Zukunft in Aussicht stellt. „Morbid Tales“ schienen die Abräumer des Tages zu sein, addiert man Applaus, angereiste Fans, Stimmen des vorwiegend jungen Volkes auf dem Festgelände und die „versprochene“ Einladung des Top Acts Kesici, die Band als Vorgruppe auf seine nächste Tournee einzuladen.

Die Metaller um Kai Schmidt (Gitarre) hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen mit Mandy Seidel an der Geige (die akustisch leider etwas unterging), Michael Holler (I-M-U), Dominik Rühaak (Queen Anne is Dead, I-M-U) und ihrem „alten“ Keyboarder Colin Steinberg. Dass sie zur Top Garde der Bremerhavener Rock-Szene zählen, haben sie längst bewiesen.

Bleibt die Frage, wo man nun das sicherlich positiv gedachte „sie erfüllten alle Klischees“ der Presse einordnen soll (ein Klischee ist eine überkommene Vorstellung oder ein eingefahrenes Denkschema, eine abgedroschene Redensart oder vorgeprägte Ausdrucksweise, ein überbeanspruchtes Bild (Stilmittel), das sich auf eine entweder regelhaft wieder erkennbare oder äquivalent dazu häufig zugeschriebene - lt. Wikipedia -..etc. bla bla bla).

Die "Ballerinas" (Bild:Jürgen Thomas)

Die „Ballerinas“ aus Berlin waren mit Sicherheit der optische Reizleiter des Abends. Musikalisch machten sie deutlich, wohin sie die "Straße der Musik" führen soll. Ihr erst vierter Bühnenauftritt vermittelte Spielfreude, wenn auch ein bisschen gewackeltes Stehvermögen durch brandneue High Heels (mag aber ein innovativer Berliner "Pas de deux" gewesen sein). Ihr abwechslungsreiches und selbstbewusst vorgetragenes Repertoire, angeführt von einer glänzend eingestellten Frontfrau Sharon Wynne, machte Lust auf mehr. Sollte das Damen-Quartett nach der Veröffentlichung ihrer ersten CD nicht gleich wieder auseinander brechen, könnten sie dem Begriff „musikalische Karriere“ ein weiteres Mosaikteilchen anlegen.

Martin Kesici+Band (Bild:J.Thomas)

Martin Kesici, einst Starsearch-Sieger, „Angel of Berlin“-Balladist, zeigte sich von seiner kraftvollen Seite, ausdrucksstark, musikalisch, markant, metallisch. Keine Spur mehr vom einstigen, wenn auch nie wirklich angepeilten, Softie-Image (lt. eigener Aussage).

Alles in allem eine kontinuierliche Steigerung im Gesamtprogramm der jüngsten Auflage des „Rock am Hafen“, das kaum Wünsche offen ließ.

Mögen die „Veranstalter in arms“, „Rock Cyclus Bremerhaven e. V.“ und BIS auch zwei bis drei Hundertschaften nachtrauern, das Publikum reagierte begeistert und feierte ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.

Vielleicht halten sich die Diskussionen, weshalb das gewünschte Ziel verkaufter Eintrittskarten nicht erreicht wurde, bis zum nächsten Jahr, das Lecken der „Wunden“ aber nur ein paar Wochen. Dann dürfte eigentlich (gäbe es dieses Wort doch nur) einem „Rock am Hafen IV“ nichts im Wege stehen.


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