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Aktuelles

"We got our kicks"... das Buch!

So sieht´s aus

“Well if you ever plan to motor west
Just take my way, that ´s the highway, that ´s the best
Get your kicks on Route 66…”

So die Anfangszeilen des Rock n Roll Evergreens und Megahits von Altmeister Bobby Troup.

Nun gab es in den 60ern die Autobahn (highway) nach Cuxhaven noch nicht, aber die beiden Autoren des Buches über die „wilden 60er“, Ralf Fröhlich und Christian Mangels, wollen mit dem Titel den Spaß ausdrücken, den die gute alte Zeit mit sich brachte, als die Musik noch mit der Hand gemacht wurde und der Beat nicht aus dem Computer kam, sondern vom Schlagzeug.

Die Autoren

Ralf Fröhlich bedient nicht nur die Schießbude bei den „Spacemen“ in diesen Anfangsjahren, er sammelt auch alles, das mit Rock n Roll und Beat in seiner Stadt zu tun hat, Autogramme, Zeitungsartikel, Bilder schießt er bei Konzerten selbst.

Im Mai 2001 kommt er mit seiner „Chronik“ in die Redaktion der Cuxhavener Nachrichten, nachdem ein Freund ihn überzeugt hat, dass diese beträchtliche Sammlung bestimmt von großem Interesse für die Öffentlichkeit sein könnte.

Redakteur Christian Mangels, „Spezialist“ für historisch-bunte Artikel und großer Anhänger der Beat Ära, nimmt sich der Sache an und gestaltet eine ganze Seite im Wochenendmagazin über Fröhlichs Sammlung.

Das allgemeine Interesse ist so groß, dass Beide schnell merken, da ist noch viel mehr Material, genug, um ein ganzes Buch zu füllen.

Fröhlich, eher emotional-biografisch unterwegs, Mangels journalistisch-historisch, harmonieren perfekt. Mit viel Ausdauer spüren sie zahlreiche Musiker und Zeitzeugen auf, durchwühlen Archive, Akten und Fotoalben, und führen so „ganz nebenbei“ etliche Musiker und Bands wieder zusammen, die sich aus den Augen verloren haben.

Der Inhalt

Christian Mangels

So ist das Buch eher dokumentarisch angelegt, wird aber durch einige, persönlich geführte Interviews und Anekdoten locker lesbar gemacht.

Chronologisch, somit sehr übersichtlich, abgehandelte Band-Lebenslinien und Wissenswertes über den damaligen einzigartigen „Indo-Rock“, der in der Republik durch Re-und Neuformierungen gerade wieder populär zu werden scheint, Konzert Ankündigungen, wer wann und wo spielte, wecken Erinnerungen.

Wie war das damals noch, als der Piratensender „Veronica“ Furore machte, illegal ausstrahlte und bis zu fünf Millionen Hörern begeisterte, der Beat den Rock n Roll verdrängte und die Disco-Welle der Live Musik nahezu den Garaus machte?

In interessanten Gesprächen mit Musikern, die inzwischen die Karriereleiter bis nach ganz oben erklommen, und anderen, die ihre Instrumente an den berühmten Nagel gehängt haben, wird offenbar, was sie motiviert, auf die Bühne zu gehen, um ihr Talent einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Hauptsächlich wird aber ein Stück Jugendkultur beschrieben, ein spannender Abschnitt Cuxhavener Geschichte aus der Beat-Ära, der deutlich macht, wie selbstbewusst und wie ungeheuer kreativ sich die jungen Musiker dort entfaltet und über viele Jahre hin organisiert haben.

Wie sie von anderen Bands, die in den Clubs ihrer Stadt spielen, lernen, sich weiter entwickeln. Im legendären "Club 99", in der "Sonne" oder im Lokal "Stadt Hamburg" sind die „Großen“ zu hören - die europäischen Top-Bands der 60er Jahre. Tony Sheridan, die "Lords", "Lee Curtis and the Allstars", die "Rattles", “Black Stars” (Bremerhaven) und die "Hep Stars".

Aber auch die lokalen Nachwuchsbands stellen einiges auf die Beine. Zu den bekanntesten Cuxhavener Formationen in diesen Jahren gehören die "Rhythm Brothers", "The Spacemen", "The Vampyrs" (mit Gert Krawinkel), aus Bremerhaven stehen die „Soulbeats“, „Just Us“ (um Stephan Remmler), „Competition“ und andere Besetzungen in vielen Clubs auf dem Programm.

Projekt "Cux ´66"

Als das Projekt vorübergehend an Fahrt verliert, treiben Familienmitglieder, Freunde und Zeitzeugen die Autoren an und motivieren sie, weiter zu machen.

Die Verzögerungen haben aber auch ihre Vorteile: Weitere Puzzleteile der Beat-Ära kommen ans Licht und ergänzen die bereits vorhandenen Recherchen. Dem einen oder anderen Leser mag auffallen, dass noch Lücken zu füllen sind, aber das sagen die Autoren bereits in ihrem Vorwort.

Nicht jedes Erinnerungsstück und Foto, das den Beiden zur Verfügung gestellt wird, schafft es ins Buch. Das Material geht aber nicht verloren. Es wird im Internet unter der Adresse www.cuxhaven-beat.de präsentiert. Dort wächst das Projekt „CUX ’66“ weiter.

Vieles bleibt noch aufzuarbeiten, viele Personen sind noch unentdeckt.

So ist es nicht verwunderlich, dass Einer, der in den 60ern schon weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Bremerhaven bekannt wird weil er unnachahmlich spielt, als erster Mucker auf der Gitarre „geigt“, mit diversen Besetzungen in Cuxhaven auftritt, nur mal so ganz nebenbei von einem ehemaligen Kollegen erwähnt wird. George Meier wird ´s verkraften.

Die fesselnde Zeit des Beat wieder ins Gedächtnis zu rufen und zu bewahren, ist der Sinn

dieses kleinen, aber feinen 141 Seiten starken Rückblicks.

Das ist Fröhlich und Mangels gelungen. Es dokumentiert ein besonderes Stück der Cuxhavener Stadtgeschichte und wurde am Donnerstag, 15. März 2007, 20.30 Uhr, im Rahmen einer großen Oldie- und Wiedersehens Party mit diversen Gästen aus dem Buch anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Stadtrechte Cuxhaven" in der Kugelbake-Halle in Cuxhaven-Döse vorgestellt. (siehe Bilder unter "We got our kicks...das Konzert")

Wer die Zeit miterlebt hat, wird sich im Buch wieder finden, wer nicht, der mag wehmütig werden weil er sie verpasst hat.

We got our kicks... das Konzert

Der Nachbericht

Ralf Fröhlich

Es war eine rauschende Ballnacht und ein großer Erfolg für die beiden Buchautoren Christian Mangels und Ralf Fröhlich, die zur Veröffentlichung ihres Rückblicks „We got our kicks in Cux ´66“ geladen hatten.

Nahezu 1.000 Beathungrige waren am Donnerstag, 15. März 2007, in die Kugelbake Halle gepilgert, um ihre Heroes von früher hautnah zu erleben.

1 1/2 Stunden vor Beginn drängelte sich schon eine Mischung aus Jeans, Lederjacke und „Ausgehuniform“ an der Kasse und im Foyer. Jeder wollte einen sicheren Sehplatz ergattern.

Überall lag man sich in den Armen und ehrliche Wiedersehensfreude war deutlich, und nicht nur unter den zahlreichen Oldie Muckern zu spüren, die sich teilweise seit mehr als 30 Jahren nicht gesehen hatten und aus Holland, der Schweiz und der gesamten Bundesrepublik angereist waren. Häufigste Frage:“ Mann, weißt du noch als wir…und da schien noch ein richtiger Mond in der Nacht, die Musik haben wir noch mit der Hand gemacht!“

Alle schienen ein wenig ruhiger, reifer, bis dann die „Five Spots“ die Menge in Bewegung brachten.

Das Interview - v. l. n. r.: Zotty, Bernd Z., Ron Sale, Kralle und Uschi

Nach den Anheizern aus Bremen bestiegen die Lokalmatadoren der „Spacemen“, bei denen Fröhlich selbst das Schlagzeug bediente, die Bühne.

Mit geschlossenen Augen fühlte man sich in die wilden 60er zurückversetzt.

Öffnete man sie, machten Haarfarbe und gesetzte Figur der Gäste erkennbar, man war hier, jetzt und heute. Und das war gut so.

Inzwischen hatte wohl bereits auch jeder zweite Besucher sein erworbenes Buch in den Händen, blätterte und verglich.

Beat Club - Uschi Nerke interviewte Gert Krawinkel (Trio), Bernd Zamulo (Lords), Zotty Brockhoff (Rhythm Brothers), und Ron Sale (High Society), der extra aus England eingeflogen war, und kündigte dann den Star des Abends an, „Lee Curtis“ mit seiner Begleitband aus Hamburg, den „Bonds“ und einem über die Tasten seines Klaviers fliegenden „Piggy“ (bekannt als „Schildkröte“ aus der TV Kultserie „Dittsche“).

Es rockte, rollte und twistete in allen Ecken des Saales zu den überzeugend vorgetragenen Evergreens von früher durch eine absolut amtliche Profiband, die vor Spielfreude sprühte. Trotzdem ging nicht ein einziger Stuhl zu Bruch wie zu Bill Haley ´s Zeiten.



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